Reisevorschlag Schwarzwald

Reisevorschlag Schwarzwald

Reisevorschlag Schwarzwald

Eine Tour mit dem Wohnmobil, die maximalen Reisespass garantiert und nicht so anspruchsvoll ist, wie man auf den ersten Blick vermuten möchte, stellen wir Ihnen heute vor. Es geht mit dem Wohnmobil in den Schwarzwald! Familie Seifert, Seit 10 Jahren unterwegs mit Wohnmobil und Wohnwagen, stellen uns heute ein paar Sehenswürdigkeiten und Tipps für eine Reise in eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands vor:

Dieser Reisebericht wurde zur Verfügung gestellt von Transitfrei.de

Nach einer regenreichen Anreise am Vorabend beginnt unser Tag heute in Ettlingen. Wir haben gut geschlafen auf dem Wohnmobilstellplatz am städtischen Schwimmbad! Für das Tor zum Schwarzwald in fußläufiger Nähe zu einer sehenswerten Altstadt auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp! Denn der Stellplatz am Stadtbad ist (Stand Sommer 2018) kostenlos! Lediglich Strom und Wasser müssen, sofern man dies denn braucht, extra bezahlt werden.

Einen Spaziergang von 10 Minuten später stehen wir schon im romantischen Ettlingen auf der Suche nach einer Bäckerei für ein kleines Frühstück auf die Hand. Gut gestärkt geht es weiter, die kleinen Altstadtgassen mit den verschachtelten Fachwerkhäuschen wollen besichtigt werden. Ein wenig Stadtgeschichte gibt es an zahlreichen Sehenswürdigkeiten oben drauf. Schimpfende Marktweiber aus Bronze, kunstvoll ausgestaltete Brunnen oder immer wieder kleine Brücken, die die Alb und ihre kleineren Kanäle überqueren, sorgen für ein interessantes Flair.

Nach unserem Stadtrundgang geht es tiefer in den Schwarzwald hinein. Wir haben Lust auf Kuckucksuhren, Bollenhüte und leckeren Schwarzwälder Schinken oder Schwarzwälder Torte, die jedes Jahr tausende Besucher aus aller Welt in den Schwarzwald locken.
Apropos Schwarzwald, wissen Sie, woher der Name stammt? Angeblich weil es in der Nacht im Schwarzwald so dunkel ist, dass man die Hand nicht vor Augen sieht! Dies ist etwas, was wir auf dieser Reise unbedingt noch überprüfen möchten…

Das nächste Ziel hinter Ettlingen auf dem Weg zur Schwarzwaldhochstraße ist das Automuseum Marxzell. Keine halbe Stunde dauert die Fahrt ins etwa 15 Kilometer entfernte Dörfchen. Fast wären wir an diesem Stückchen historischer Automobilgeschichte auch noch vorbeigefahren, so abrupt ploppt es mitten neben der Hauptstraße auf. Parken ist indes schwierig mit einem Wohnmobil, dennoch lohnt sich der Aufwand. Über 3600qm Ausstellungsfläche mit über 140 Autos, 170 Zwei- und Motorrädern, zahlreiche Traktoren, Feuerwehrfahrzeuge, ja selbst alte Straßenbahnen, Panzerwagen und ein ausrangiertes Flugzeug auf dem Parkplatz finden wir vor! Die im Privatbesitz befindliche Sammlung neben dem Hauptgebäude ist teilweise sogar von der Straße aus öffentlich zugänglich bzw. zu sehen.

Weißwurst im Schwarzwald - Überraschend lecker!

Der Besuch des Automobilmuseums hat hungrig gemacht. Idealer Zeitpunkt für einen kleinen, leichten Reisesnack zur Mittagszeit. Von Marxzell aus geht es daher durch die malerischen Örtchen Bad Herrenalb und Loffenau ins etwa 22km entfernte Gernsbach und dort zum Schloss Ebersberg. Unser Ziel: Die Schloss- Schänke! Keine gehobene Gastronomie wie im ebenfalls im Schloss befindlichen Restaurant, sondern einfachere, kleinere Gerichte zum freundlichen Preis vor historischer Kulisse eines alten Rittersaals!
Unser Tipp: Die mehrfach prämierte Weißwurst im Siedetöpfchen mit Brezel und Kartoffelsalat!

Eigentlich zwar ein bayerisches Nationalgericht, schmeckt aber auch in Baden- Württemberg wirklich vorzüglich. Die Anfahrt mit dem Wohnmobil erfordert etwas fahrerisches Geschick, ist aber nicht wirklich herausfordernd. Schließlich fahren hier auch Busse entlang.
Wer übrigens den Fahrtag schon hier im Schatten des mächtigen Schlosses beenden möchte: Im Tal an der Gabelung Ri. Gernsbach bzw. zum Schloss Eberstein findet sich ein passabler Wohnmobilstellplatz für die Übernachtung. Der Wohnmobilstellplatz Murginsel kostet zwar 5 Euro für die Nacht (Stand Herbst 2018), dafür ist aber auch die Kurtaxe bereits berücksichtigt und beinhaltet die Konus- Gästekarte für den Schwarzwald, mit der innerhalb des Schwarzwaldes mit den ÖPNV (auch Nachverkehrszüge!) kostenlos gefahren werden kann!

Wir möchten den Fahrtag noch nicht beenden, obwohl wir einem zünftigen Rittergelage nicht unbedingt abgeneigt wären. Dennoch: Satt und zufrieden geht es für uns nun auf die weltberühmte Schwarzwaldhochstraße, die legendäre B 500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Sie ist eine der bekanntesten sowie ältesten Ferienstraßen Deutschlands.
Wir tanken am Tor zur panoramareichen Urlaubsstrecke kurz hinter Geroldsau noch einmal voll, dann tauchen wir ein. Oder besser: Wir klettern auf! Denn die Schwarzwaldhochstraße trägt ihren Namen zurecht auch dafür, dass Sie eben hoch hinaus führt. Sie kratzt auf ihren 60km Länge immer wieder an oder über der 1000 Meter Höhenmarke und bietet dabei so traumhafte Ausblicke ins Schwarzwälder Umland, dass man früher schnell zwei statt einen Fotofilm vollgeknipst hätte. Im digitalen Zeitalter ist dies natürlich kein Problem mehr. Klug waren die Straßenplaner seinerzeit und ahnten voraus, dass es zu nennenswertem Touristikverkehr kommen wird. Denn auch mit dem Wohnmobil findet sich eigentlich an fast jeder Sehenswürdigkeit auch ein ausreichend großer Parkplatz um mal auszusteigen, und das Panorama nicht nur durch die Seitenscheibe zu genießen.

Eine der Attraktionen auf der Schwarzwaldhochstraße, die wir etwa in auf halber Strecke der Route am Nachmittag erreichen, ist sicherlich der Mummelsee. Einen kurzen Schauer müssen wir abwarten, bevor wir uns ganz und gar dem touristischen Mummenschanz hingeben dürfen. Hier gibt es alles! Frisch im Steinofen gebackenes Schwarzwälder Brot, Schwarzwälder Schinken in allen Größen und Maserungen oder auch Honig im Eimerchen, der sicherlich für einige Jahre ausreichen dürfte. Auch Kuckucksuhren dürfen hier natürlich nicht fehlen! Fast wären wir sogar schwach geworden! Da wir aber im weiteren Verlauf dieser Reise nicht nur die größte Kuckucksuhr der Welt (und hoffentlich auch zahlreiche kleinere Brüder und Schwestern) noch besichtigen werden, lassen wir heute zumindest dieses Souvenir hier. Dennoch ist es eine Freude, die zahlreichen Klischees, vom Bollenhut bis zur Kuckuckspfeife, hier kauffreudig aufbereitet vorzufinden.

😉

Abgesehen der zahlreichen touristischen Angebote ist natürlich auch der See noch ein paar Worte wert. Denn er ist eine naturliche Meisterleistung! Anders kann man nämlich sonst das Phänomen nicht beschreiben, dass in diesem nur etwa 18 Meter tiefen See wohnen der Sage um den Mummelsee nicht nur Nixen drin, sondern auch ein riesiges Seeungeheuer! Und als wäre dies noch nicht genug, findet niemand geringerer als der Seekönig höchstpersönlich ebenfalls hier in diesen beengten Verhältnissen angeblich sein Zuhause! Allen erfolglosen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Trotz ist die Sage um dem Mummelsee nach wie vor beliebt und auch wir können es nicht leugnen, dass wir bei einem Spaziergang rund um den See genau darauf achten, wer da so alles zwischen den Seerosen, hier Mummeln genannt und damit Namensgeber für den See, umher treibt und schwimmt. Der Versuchung, Eicheln in den See zu werfen und der Sage nach ein schlimmes Unwetter hervor zu rufen können wir übrigens nur knapp widerstehen. Einerseits neugierig, ob WIRKLICH etwas passiert, wenn wir ein paar Eicheln in den See werfen, andererseits aber auch besorgt. Denn wenn es wirklich ein Unwetter als Folge des freveligen Eichelwurfs auf den Kopf des Seekönigs geben sollte, würde unsere schöne Wohnmobilreise durch den Schwarzwald wohl buchstäblich ins Wasser fallen. Und dies wollen wir selbstredend vermeiden. 

Vom Mummelsee aus sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Freudenstadt. Wir verabschieden uns von den traumhaften Ausblicken, von Seenixen, Königen und Ungeheuern, dunklen Tannen und leckeren Köstlichkeiten. Für den Abend steuern wir hinter Freudenstadt den Campingplatz Königskanzel für die Nacht an, den wir dank unserer Rabattkarte kostengünstig nutzen können. Morgen wird es im Schwarzwald weiter gehen, wir besuchen unter anderem die größte Kuckucksuhr der Welt, tingeln auf der deutschen Fachwerkstraße, entdecken die Triberger Wasserfälle und schauen im verträumten wie pittoresken Scharzwaldstädtchen Schiltach vorbei. Ein Ort, der nicht nur mit einer spannenden Teufelsgeschichte aufwartet, sondern auch aus dem Fernsehprogramm der 80er Jahre eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Denn hier wurden früher sehr gerne Außenaufnahmen des  Fernsehserien- Straßenfegers „Die Schwarzwaldklinik“ gedreht wenn es darum ging, eine möglichst authentische Schwarzwaldkulisse zu zeigen. Wir sind gespannt.

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